Glossar

Begriffsdatenbank der Psychotherapie-Dokumentation.

49 kuratierte Eintraege zu Antrags-Wesen, Befunden, Verfahren, Recht, Datenschutz und KI — in der Praxis taeglich gebraucht, im Internet selten sauber definiert.

49 Eintraege7 KategorienStand Mai 2026
Kategorie · 10 Eintraege

Antrag, Bericht & Pflichtdoku

PTV3 — Bericht an den Gutachter

auch: Bericht an den Gutachter · PTV3-Bericht · Gutachterbericht
Pflichtformular der Psychotherapie-Vereinbarung (PTV), mit dem Psychotherapeut:innen die geplante Behandlung dem unabhaengigen Gutachter der Kasse begruenden. Pflichtbestandteile: Spontanangaben, Lebensgeschichte, Psychischer Befund, Somatischer Befund, verfahrensspezifische Analyse (Verhaltensanalyse, psychodynamische oder systemische Hypothese), ICD-10-Diagnose, Behandlungsplan, Prognose. Grundlage fuer die Bewilligung von Kurz- oder Langzeittherapie.

PTV12 — Konsiliarbericht

auch: Konsiliarbericht · PTV12
Aerztlicher Konsiliarbericht, der vor Beginn einer Psychotherapie somatische Differenzialdiagnosen ausschliesst. Wird von Hausaerztin oder Facharzt erstellt, ist Pflichtbestandteil des Antrags an die Krankenkasse und liegt dem PTV3-Bericht bei. Inhalte: koerperliche Befunde, Laborwerte, Medikation, somatische Ko-Morbiditaeten.

PTV2 — Antrag des Versicherten auf Psychotherapie

auch: PTV2 · Antrag des Versicherten
Formal-administrativer Antrag der Patient:in an die eigene Krankenkasse. Enthaelt Stammdaten, gewuenschtes Verfahren und Sitzungsumfang. Wird gemeinsam mit PTV3-Bericht und Konsiliarbericht eingereicht. Im Gegensatz zum PTV3-Bericht keine klinischen Inhalte.

Probatorik / Probatorische Sitzungen

auch: Probatorische Sitzungen · Probesitzungen
Bis zu vier probatorische Sitzungen koennen ohne Antragstellung bei der Kasse als GKV-Leistung abgerechnet werden. Sie dienen der Diagnostik, der Indikationsstellung und der Klaerung der Therapiemotivation. Vor Beantragung einer Richtlinientherapie verpflichtend.

Sitzungsprotokoll

auch: Sitzungsdokumentation · Therapieprotokoll
Pflichtdokumentation jeder Therapiesitzung nach § 630f BGB. Mindestinhalt: Datum, Sitzungsnummer, Stimmungs- und Befundlage, durchgefuehrte Interventionen, Hausaufgaben, Risikobewertung, Planung naechste Sitzung. Wird im Streitfall als juristisch belastbares Dokument behandelt.

Verlaufsdokumentation

auch: Verlaufsbericht · Therapieverlauf
Periodische Zusammenfassung des Therapieverlaufs ueber mehrere Sitzungen — Schweregrad-Verlauf, Symptomreduktion, Beziehungsdynamik, Zielannaeherung. Pflicht bei Fortfuehrungsantraegen, Supervision und Abschlussbericht.

Abschlussbericht

auch: Therapie-Abschlussbericht
Bericht am Ende einer Psychotherapie an die Krankenkasse. Enthaelt Therapieziele, erreichte Ergebnisse, eingesetzte Interventionen, Restsymptomatik, Empfehlungen fuer Nachsorge und ICD-10-Verlauf.

Fortfuehrungsantrag

auch: Verlaengerungsantrag
Antrag auf Verlaengerung einer laufenden Therapie ueber das urspruenglich genehmigte Kontingent hinaus (z. B. Kurzzeit- zu Langzeittherapie). Erfordert einen neuen Bericht an den Gutachter mit aktualisiertem Behandlungsplan und Begruendung der Notwendigkeit.

Umwandlungsantrag

auch: Umwandlung Kurzzeit Langzeit
Antrag auf Umwandlung einer Kurzzeittherapie (KZT) in eine Langzeittherapie (LZT) bei zunaechst KZT-bewilligtem Fall. Beinhaltet aktualisierte ICD-10-Diagnose, Behandlungsplan und prognostische Einschaetzung.

Sozialbericht

auch: Stellungnahme
Schriftliche Stellungnahme an Sozialgerichte, Renten- oder Arbeitsagenturen zu Diagnose, Krankheitswert, Leistungsfaehigkeit und Therapieverlauf. Hohes Mass an klinischer Sorgfalt und juristischer Praezision erforderlich.
Kategorie · 8 Eintraege

Befund & Diagnostik

AMDP-Befund

auch: Psychischer Befund nach AMDP
Standardisiertes System der Arbeitsgemeinschaft fuer Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie zur Erhebung des psychopathologischen Befunds. 100 Items in 12 Hauptbereichen (Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit, Gedaechtnis, formales Denken, inhaltliches Denken, Wahrnehmung, Ich-Erleben, Affekt, Antrieb, Psychomotorik, vegetative Funktionen).

ICD-10-GM

auch: ICD-10 · International Classification of Diseases
Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten, German Modification — Pflichtsystem fuer Diagnosen in Deutschland (vertragsaerztliche Versorgung, stationaere Versorgung, Antraege Psychotherapie). Psychische Stoerungen liegen in Kapitel V (F00–F99).

ICD-11

auch: ICD-11 Mental and Behavioral Disorders
Aktualisierte WHO-Klassifikation seit 2022 mit veraenderter Struktur psychischer Stoerungen (z. B. komplexe PTBS als eigene Kategorie, Gaming Disorder). In Deutschland noch nicht abrechnungsrelevant, aber bereits wissenschaftlich anschlussfaehig.

DSM-5-TR

auch: Diagnostic and Statistical Manual
Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th Edition, Text Revision (American Psychiatric Association, 2022). Im deutschsprachigen Raum ergaenzend zur ICD-10-GM verwendet, vor allem in Forschung und Differenzialdiagnostik.

Differenzialdiagnostik

auch: Differentialdiagnose
Systematische Abgrenzung der Hauptdiagnose von aehnlich praesentierenden Stoerungen. In Psychotherapie und Psychiatrie unverzichtbar — z. B. Major Depression vs. Anpassungsstoerung vs. bipolare Depression vs. somatische Genese.

Biografische Anamnese

auch: Lebensgeschichte · Lebensgeschichtliche Anamnese
Strukturierte Erhebung der Lebensgeschichte: Familienstruktur, Kindheit, Schule, Ausbildung, Partnerschaft, beruflicher Verlauf, kritische Lebensereignisse. Grundlage fuer das Verstaendnis von Stoerungs-Entstehung und Aufrechterhaltung.

Psychischer Befund

auch: Befund
Querschnittsbefund des aktuellen psychischen Zustands bei der Sitzung — beobachtbare und berichtete Phaenomene in den Bereichen Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit, Gedaechtnis, formales und inhaltliches Denken, Wahrnehmung, Affekt, Antrieb, Suizidalitaet. Pflichtbestandteil im PTV3-Bericht.

Somatischer Befund

auch: Koerperlicher Befund
Zusammenfassung relevanter koerperlicher Befunde und Diagnosen, die fuer das Stoerungs-Verstaendnis oder die Indikation einer Psychotherapie eine Rolle spielen. Wird i. d. R. aus dem Konsiliarbericht (PTV12) uebernommen.
Kategorie · 8 Eintraege

Verfahren & Fallkonzept

Verhaltenstherapie (VT)

auch: VT · Kognitive Verhaltenstherapie · KVT
Eines der vier in Deutschland zugelassenen Richtlinienverfahren. Aktuelle Variante: Kognitive Verhaltenstherapie (KVT, dritte Welle). Arbeitet mit Verhaltensanalyse, kognitiver Restrukturierung, Verhaltensaktivierung, Expositionsverfahren.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP)

auch: TP · Tiefenpsychologie
Richtlinienverfahren mit psychodynamischer Grundorientierung, fokussiert auf aktuelle Konflikte, Beziehungsmuster und unbewusste Prozesse. Strukturiert, ziel- und fokusorientiert; meist 24–60 Sitzungen.

Analytische Psychotherapie (AP)

auch: AP · Psychoanalyse
Hochfrequentes Richtlinienverfahren (i. d. R. 3 Sitzungen pro Woche, oft im Liegen), das auf der psychoanalytischen Tradition (Freud, Kohut, Klein, Kernberg) aufbaut. Arbeitet mit Uebertragung, Gegenuebertragung, freier Assoziation und Traumdeutung.

Systemische Therapie (ST)

auch: ST · Systemische Familientherapie
Seit 2020 als Richtlinienverfahren zugelassen. Versteht psychische Stoerungen im Kontext sozialer Beziehungen und kommunikativer Muster. Arbeitet mit zirkulaeren Fragen, Reframing, Genogrammen und Aufstellungen.

SORK-Schema / Verhaltensanalyse

auch: Verhaltensanalyse · SORKC
Modell der funktionalen Verhaltensanalyse: S (Stimulus / ausloesende Situation), O (Organismus / kognitive und biologische Variablen), R (Reaktion / Verhalten, Kognition, Emotion, Physiologie), K (Konsequenz, kurz- und langfristig). Kernwerkzeug der VT-Fallkonzeption.

Psychodynamische Hypothese

auch: Psychodynamische Fallkonzeption · OPD
Hypothese ueber unbewusste Konflikte, Beziehungsmuster und Strukturniveau einer Person — operationalisiert z. B. ueber die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD). Pflicht im PTV3-Bericht bei TP und AP.

Systemische Hypothese

auch: Systemische Fallkonzeption
Hypothese ueber das Zusammenspiel von Symptom, Beziehungssystem und Kontext: Welche Funktion hat das Symptom im Familien-, Paar- oder Arbeitssystem? Welche Loyalitaeten, Skripte und Muster halten es aufrecht? Pflicht im PTV3-Bericht bei ST.

Fallkonzeption

auch: Case Conceptualization · Fallformulierung
Integrierte schriftliche Konzeptualisierung eines Falls: Entstehung, Aufrechterhaltung, Ressourcen, Therapieziele und Methodenwahl. Verfahrensspezifisch unterschiedlich ausgepraegt (Verhaltensanalyse / psychodynamische Hypothese / systemische Hypothese).
Kategorie · 6 Eintraege

Klinische Diagnosen (Auswahl)

F32 — Depressive Episode

auch: Major Depression · F32.0 · F32.1 · F32.2
ICD-10-Diagnose der unipolaren depressiven Episode. Hauptsymptome (mindestens zwei Wochen): gedrueckte Stimmung, Interessenverlust, Antriebsminderung. Zusatzsymptome: Konzentration, Selbstwert, Schuldgefuehle, Suizidgedanken, Schlaf, Appetit. Schweregradabhaengig leicht (F32.0), mittel (F32.1), schwer (F32.2).

F33 — Rezidivierende depressive Stoerung

auch: Rezidivierende Depression
Wiederholte depressive Episoden ohne hypomanische oder manische Episoden in der Anamnese. Hoeheres Chronifizierungsrisiko, oft mit Rezidivprophylaxe und Erhaltungstherapie.

F41 — Andere Angststoerungen

auch: Generalisierte Angststoerung · Panikstoerung · F41.0 · F41.1
ICD-10-Kategorie der nicht-phobischen Angststoerungen — u. a. Panikstoerung (F41.0), Generalisierte Angststoerung (F41.1) und Angst und depressive Stoerung gemischt (F41.2). Hauptmerkmal: Angst als zentrales Symptom, ohne klare phobische Stimuli.

F43 — Reaktionen auf schwere Belastungen

auch: Anpassungsstoerung · PTBS · Posttraumatische Belastungsstoerung
ICD-10-Kategorie fuer Stoerungen mit identifizierbarem aeusserem Stressor: Akute Belastungsreaktion (F43.0), Posttraumatische Belastungsstoerung (F43.1), Anpassungsstoerungen (F43.2). Differenzialdiagnostisch zentral gegen Major Depression und Angststoerungen.

F60 — Persoenlichkeitsstoerungen

auch: Borderline · Narzisstische Persoenlichkeitsstoerung
ICD-10-Kategorie der spezifischen Persoenlichkeitsstoerungen — u. a. paranoid (F60.0), schizoid (F60.1), dissozial (F60.2), emotional instabil (F60.3, inkl. Borderline-Typus), histrionisch (F60.4), anankastisch (F60.5), aengstlich-vermeidend (F60.6), abhaengig (F60.7).

F90 — Hyperkinetische Stoerungen (ADHS)

auch: ADHS · ADS · Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitaetsstoerung
ICD-10-Diagnose der hyperkinetischen Stoerungen, klinisch oft als ADHS bezeichnet. Drei Kernsymptome: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivitaet, Impulsivitaet. Erstdiagnose im Kindesalter; nach DSM-5-TR und ICD-11 auch im Erwachsenenalter klar abgrenzbar.
Kategorie · 6 Eintraege

Recht & Berufsordnung

§ 630f BGB — Dokumentationspflicht

auch: Dokumentationspflicht · 630f BGB
Buergerliches Gesetzbuch § 630f: Behandelnde sind verpflichtet, eine Patientenakte zu fuehren und „saemtliche aus fachlicher Sicht fuer die derzeitige und kuenftige Behandlung wesentliche Massnahmen und deren Ergebnisse" aufzuzeichnen. Aufbewahrungsfrist: 10 Jahre.

§ 203 StGB — Schweigepflicht

auch: Schweigepflicht · Berufsgeheimnis
Strafgesetzbuch § 203: Aerzte und Psychotherapeut:innen unterliegen der strafbewehrten Schweigepflicht. Verstoss ist Straftat (bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe). Bei KI-Tools wesentliche Frage, ob Eingaben einen „unbefugten Dritten" darstellen — durch Pseudonymisierung loesbar.

EBM 35.2.1

auch: EBM Psychotherapie · Einheitlicher Bewertungsmassstab
Abschnitt des Einheitlichen Bewertungsmassstabs (EBM) der vertragsaerztlichen Vergueterung, der die antragspflichtige Richtlinientherapie regelt. Inkludiert Pauschalen fuer Sitzung, Bericht an den Gutachter und probatorische Sitzungen.

Approbation

auch: Approbierte Psychotherapeut:in
Staatliche Berufszulassung fuer Psychologische und Aerztliche Psychotherapeut:innen sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen. Voraussetzung fuer Eintragung ins Arztregister und Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen. KI-Tools koennen die Approbation nicht ersetzen — Entscheidungs- und Verantwortungstraegerin bleibt die approbierte Person.

AVV — Auftragsverarbeitungsvertrag

auch: Auftragsverarbeitungsvertrag · Art. 28 DSGVO
Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen Verantwortlicher (Praxis) und Auftragsverarbeiter (z. B. KI-Anbieter), der die Verarbeitung personenbezogener Daten regelt. Pflicht bei jedem Einsatz cloudbasierter Tools im Gesundheitswesen.

Richtlinienpsychotherapie

auch: Psychotherapie-Richtlinie
Psychotherapeutische Behandlungsverfahren, deren Wirksamkeit vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) anerkannt und damit Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist: Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Analytische Psychotherapie, Systemische Therapie.
Kategorie · 5 Eintraege

Datenschutz & Compliance

DSGVO Art. 9 — Gesundheitsdaten

auch: Besondere Kategorien personenbezogener Daten · Art. 9 DSGVO
Datenschutz-Grundverordnung Art. 9: Gesundheitsdaten sind besondere Kategorien personenbezogener Daten. Verarbeitung grundsaetzlich verboten — es sei denn auf Basis einer in Art. 9 Abs. 2 abschliessend aufgezaehlten Ausnahmen (u. a. ausdrueckliche Einwilligung oder Berufsausuebung im Gesundheitswesen).

Pseudonymisierung

auch: Pseudonymisierte Daten
Verarbeitungsverfahren, bei dem identifizierende Merkmale durch Pseudonyme ersetzt werden — die Re-Identifikation bleibt mit zusaetzlichem Schluessel moeglich. Im DSGVO-Sinne keine Anonymisierung (Personenbezug bleibt rechtlich vorhanden), aber zentrales Schutzmittel bei KI-Anwendungen im Gesundheitswesen.

NAD-Verfahren

auch: Named Entity Detection · Named Entity Recognition (NER)
Verfahren zur automatischen Erkennung benannter Entitaeten in Texten (Namen, Adressen, Geburtsdaten, Telefonnummern, IBANs). In duktus Grundlage der praeventiven Pseudonymisierung — alle identifizierten Entitaeten werden vor jeder Modell-Anfrage durch stabile Pseudonyme ersetzt, die Re-Mapping-Tabelle bleibt nur clientseitig.

BSI C5-Kriterienkatalog

auch: C5 · Cloud Computing Compliance Controls Catalog
Pruefkatalog des Bundesamtes fuer Sicherheit in der Informationstechnik fuer Cloud-Anbieter. Im Gesundheitswesen relevanter Mindeststandard (u. a. § 393 SGB V Verweis). AWS Frankfurt erfuellt C5 auf Infrastruktur-Ebene; eigene C5-Testierung auf Anbieter-Ebene in Vorbereitung.

ISO/IEC 27001

auch: ISO 27001 · Information Security Management System
Internationale Norm fuer Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Im Healthcare-Umfeld erwartete Mindestzertifizierung des Hosting-Anbieters. AWS Frankfurt-Region ist ISO 27001 zertifiziert.
Kategorie · 6 Eintraege

KI & Technologie

LLM — Large Language Model

auch: Sprachmodell · Large Language Model
Grosses neuronales Sprachmodell (z. B. Claude, GPT-4, Gemini), trainiert auf umfangreichen Textkorpora. Zentrales Werkzeug heutiger KI-Dokumentations-Software. Bei duktus wird Claude (Anthropic) ueber AWS Bedrock in Frankfurt verwendet — keine direkte API-Anbindung an US-Anbieter.

EU AI Act

auch: KI-Verordnung · AI Act
Verordnung der Europaeischen Union zur Regulierung kuenstlicher Intelligenz (Inkrafttreten 2024, Geltung in Stufen ab 2025). KI-Systeme in der Gesundheitsversorgung gelten i. d. R. als Hochrisiko-Systeme und unterliegen Transparenz-, Dokumentations- und Risikomanagement-Pflichten.

AWS Bedrock

auch: Amazon Bedrock
Managed Service von Amazon Web Services, ueber den fundierte Sprachmodelle (Claude, Llama, Mistral, Titan) in der jeweils gewaehlten Region (z. B. Frankfurt eu-central-1) angesprochen werden. Anfragen verlassen die EU nicht.

Anthropic Claude

auch: Claude · Claude Sonnet · Claude Opus
Familie grosser Sprachmodelle von Anthropic. duktus verwendet Claude ueber AWS Bedrock Frankfurt — auf europaeischer Infrastruktur, ohne Drittlandtransfer. Modellauswahl je nach Aufgabe (z. B. kuerzere Zusammenfassungen mit kleineren Modellen, komplexe Fallkonzeption mit groesseren).

Speech-to-Text (STT) / ASR

auch: Automatic Speech Recognition · ASR · Spracherkennung
Automatische Spracherkennung — Umwandlung von gesprochenem Diktat oder Sitzungsaufnahme in geschriebenen Text. duktus nutzt Gladia (EU-Hosting) mit Sprechertrennung und medizinisch optimiertem Wortschatz; Audio wird nicht persistiert.

Anonymisierung vs. Pseudonymisierung

auch: Anonymisierte Daten
Anonymisierung: Re-Identifikation einer Person ist nicht mehr moeglich; die Daten verlassen den Anwendungsbereich der DSGVO. Pseudonymisierung: Identifikation durch zusaetzlichen Schluessel weiterhin moeglich; die Daten bleiben personenbezogen. Im Klinik-Alltag praktisch erreichbar ist meist nur Pseudonymisierung — vollstaendige Anonymisierung scheitert i. d. R. an Kontextwissen.
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